ein paar gedichte zum nachdenken

Schreibt eurer Erlebnisse, eure Gedanken, eure Gefühle über dieses Thema. Soll ich noch etwas ergänzen ? Dann postet dies bitte auch hier.
Bluemagic
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ein paar gedichte zum nachdenken

Beitragvon Bluemagic » Fr Jun 11, 2004 5:07 pm

Ich habe gedacht, wenn schon das Thema "Selbstmord" hier als Bereich ist...kann ich mal ein paar Gedichte von FRÃœHER hier reinposten...

Bitte... ;-)

Das Brückengeländer



Es ist Vollmond und das Geländer schläft ganz still.
Unter ihm der tiefe Fluss, der ganz langsam sein Ziel erreichen will.

Noch ist alles ruhig. Niemand ahnt das Unheil dieser Nacht.
Doch dort kommt er schon, der sich sicher ist, dass er's macht.

Sein Gesicht sieht so traurig aus in diesem Licht,
Aber auch sonst zierte fast nie ein Lächeln sein Gesicht.

Er versucht nicht aufzufallen, schließlich ist Vollmond und es ist hell.
Doch das Geländer ist schon wach, bemerkte ihn schnell.

Er holt seinen Walkman aus der Tasche und hört
Seine Lieblingsmusik, ohne dass ihn jemand stört.

Lange schaut er ziellos in die ferne und denkt nach;
Kein direktes Thema, nur des Öfteren: "Ob ich's heute Nacht mach...?!"

Ohne sein beschlossenes Handeln zu überdenken,
beginnt er sich über das Geländer zu lenken.

Schon steht er auf dem Steg am Abgrund zu dem dunklen Fluss.
Er überlegt...zögert.. setzt dann doch Fuß vor Fuß.

Polizeisirenen kommen auf ihn zu
"Scheiße, die haben mich, was nu?!"

Viele Passanten stehen nun um ihn herum.
Langsam wird ihm das alles hier zu dumm

Sie reden auf ihn ein, er solle es lassen,
doch er beginnt nur die ganzen Leute zu hassen.

Lächelnd steigt er auf das eiserne Geländer.
Schon reichen ihm viele Leute helfende Hände.

Doch plötzlich ist das Entsetzen der Helfer groß.
Mit einem Sprung ist er fort vom Geländer, einfach los.

Ein letztes Lächeln ziert sein so oft so trauriges Gesicht.
Was ihn nun erwartet, man weiß es nicht.

War da nicht noch ein Lachen aus der Tiefe zu hören ? Voll Hohn ?
Niemand hat's so genau gehört. Nur der verlorene Sohn...
Gli occhi sono lo specchio dell´anima!

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Noch eins...

Beitragvon Bluemagic » Fr Jun 11, 2004 5:10 pm

Notausgang


Der blassgelbe Vollmond erhellt die Straßen der ruhigen Stadt
Nicht einmal das Wasser im Brunnen rauscht; es schimmert nur matt.

Nur ganz vereinzelt verirrt sich ein Mensch in diese ruhige Welt.
Eine Stille, die jäh unterbrochen wird durch eine Tür, die zufällt.

Metallisch glänzt ein Schild auf jener Tür : "Notausgang"
Ein Junge ging durch diese Tür. Nun schaut er die Hochhausdächer entlang.

Scheinbar ziellos irrt er einsam auf dem Dach umher.
Nur eine einzige Person beschäftigt seine Gedanken. Nur wer ?

Seine Freundin. Sie verließ ihn.
Er weiß nicht mehr wohin.

Nun sitzt er auf des Daches Rand
Musik in seinen Ohren, der CD-Player in seiner Hand.

Zuerst hat er Angst. Doch dann springt er plötzlich und schreit.
Er fällt. Es ist niemand da, niemand weiß über sein Schicksal Bescheid.

Seine Freundin weiß davon noch nichts. Sie war weggezogen.
Sie wollte ihn wiedersehen, hat ihn nicht mal belogen.

Nur leider bekam er nicht die Fortsetzung ihrer SMS-Nachricht.
Als sie von seinem Schicksal erfuhr, folgte sie ihm ins ewige Licht.

Das Schild auf der Tür sprach wahre Worte.
Die Tür war sein Notausgang zur Himmelspforte.
Gli occhi sono lo specchio dell´anima!

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ZEIT DER ANGST

Beitragvon Bluemagic » Fr Jun 11, 2004 5:12 pm

Zeit der Angst

Angst regierte mein Leben,
nahm mir den Mut,
ließ mich verzweifeln,
Angst um dich,
Angst um dein Leben!

Verzweiflung machte sich breit,
ließ mich meine Schwäche spüren,
brachte mich fast um.
Verzweiflung wegen dir,
Verzweiflung aus Angst!

Wut brach heraus,
machte sich in mir breit,
zerstörte mich fast.
Wut über mich,
Wut über meine Hilflosigkeit!

Hilflosigkeit eroberte mich,
zeigte mir meine Grenzen,
machte mir Angst.
Hilflosigkeit deinetwegen,
Hilflosigkeit, weil ich dir nicht helfen konnte!

Sorgen brachen über mich herein,
machten mir klar, wie sehr ich dich liebe,
ließen mich nicht los.
Sorgen um dich,
Sorgen die mich erdrückten!

Hoffnung war schwer zu finden,
hart zu verstehen,
unmöglich zu glauben.
Hoffnung dich wiederzuhaben,
Hoffnung auf ein Ende!

Trost fand ich nur in der Musik,
und nur schwer,
Selbsthass war der Ausweg.
Trost, der unauffindbar war,
Trost, den du gebraucht hättest!

Erlösung kam zum Glück,
wenn nicht so, dann anders,
auch wenn es das Leben kostet.
erlösung vom seelischen und körperlichen Schmerz,
Erlösung für dich und für mich!
Gli occhi sono lo specchio dell´anima!

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Leben? Tod?

Beitragvon Bluemagic » Fr Jun 11, 2004 5:14 pm

~*~Tanz zwischen Leben und Tod~*~




Schwanken zwischen zwei Welten,
Tanz auf dünnem Seil,
Angst vor dem Absturz,
Angst vor den was kommt,
keinen Spass am Leben!
Flucht vor Hilfe,
Flucht vor Feinden,
Flucht vor Freunden.
TEUFELSKREISLAUF!
Griff zur Klinge,
Rote Tränen
Sie suchen einen Weg,
fliesen entlang den Arm,
ein warmes Gefühl mich durchströmt!
ROT....die Farbe der Liebe...
ROT die Farbe der Leidenschaft...
ROT wird zur Farbe des Hasses....
Zur Farbe des Leidens!
Rote Tränen
Flucht vor der Realität!
Gli occhi sono lo specchio dell´anima!

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Todesengel

Beitragvon Bluemagic » Fr Jun 11, 2004 5:20 pm

Der Todesengel


Ich stehe da,
blass, leblos
und starre auf das grab
in dem meine beste freundin
in ihrem weißen sarg liegt

ich denke nach
über die schönen minuten
die wir miteinander hatten
bis sie IHN kennenlernte
ihn, der sie abhängig machte
von ihm selbst
und von den drogen

ich bemerke
wie langsam eine träne
meine wange hinabläuft
in meinen augen geboren
um auf meinen lippen zu sterben

der salzige geschmack
bringt mich zur realität zurück
ich starre wieder und wieder
in dieses kalte loch
auf den sarg

ich hebe den kopf,
um mich herum
nur dunkle gestalten
'das licht in meinem leben
liegt dort unten'
denke ich

die welt ist dunkel
grau
tot
plötzlich
fährt ein greller blitz vom himmel
ich verberge mein gesicht
als ich mich wieder herumdrehe
steht dort
ein engel

so weiß und schön
so wie ich meine freundin
immer gesehen habe
so weiß wie ihr sarg
der hinabgelassen wird
um ihren körper
dem tod anzuvertrauen

ich weiche zurück
doch sie sagt mir
'hab keine angst'
ihre worte
streicheln meine sinne
so weich
so klangvoll

ich gehe auf sie zu
je näher ich komme
desto geborgener fühle ich mich
als ich vor ihr stehe
greift sie meine hand

ich spüre,
wie das licht
auch meinen körper durchfährt

ich weiß, was sie möchte
sie möchte mich zu meinem licht bringen
meiner freundin, einem leben

ich schließe meine augen
und träume
als ich die augen öffne
steht vor mir
die dunkelste gestalt
die ich je gesehen habe

doch ich habe keine angst
weil ich weiß,
dass der tod
meine erlösung sein wird

wieder schließe ich die augen
und merke nur,
wie sich die zähne
in meinem hals bohren

doch es ist kein schmerz,
den ich spüre,
es ist freude
bald meine freundin wieder in die arme zu schließen."
Gli occhi sono lo specchio dell´anima!

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Beitragvon Teufel100 » So Jun 13, 2004 6:20 pm

Die Gedichte laden wirklich zum Nachdenken ein. Sie sind so Bildhaft --------> kann sich das richtig vorstellen.

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BiaBln
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Beitragvon BiaBln » Mi Jul 28, 2004 5:24 pm

herz zerfressen
von der einsamkeit
bin
schmerzgeplagt - zerbrechlich

schwarze schleier
trüben meine sinne
bin
abgestumpft - gefühllos

nur leere
die mich umgibt
bin
kalt - leblos

in den tiefen
meiner seele
blicke ich um mich
starre ins nichts

auf den pfaden
meines seins
wandle ich ziellos umher
suche nach mir

verloren

vergessen

verraten

verkauft

bin ich

nur noch
ein schatten
meiner selbst

(b.z. 2003)


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