Mera Luna Ein Morgen

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Yves der Bretone
Der Wechsler
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Mera Luna Ein Morgen

Beitrag von Yves der Bretone » Mo Jul 05, 2004 8:56 am

Mera Luna ein morgen

An der schmalen Linie, dort wo sich Himmel und Erde vereinen. An diesem Strich der Trennung türmen sich tiefblaue Gebilde auf. Hinter ihnen scheint es zu brennen, ein Flammenmeer tobt in ihrem Rücken und doch kann man die orang Farbenen, züngelnden Finger nur ab und an hervorblitzen sehen.
Ein weißer schleier bedeckt den Boden, läßt nichts von der urgewalt erahnen die unter ihm begraben liegt.
Zwei leuchtende Augen blitzen durch den grauen Nebel des Verstandes.
Schwarze, gen Himmel gerichtete, Finger schwingen hin und her. Der takt des Schlafes, jeden Hinblickenden versetzt in das Land des Nebels. Dunkle Schatten, kuppelartig, tausende verstreut und doch nah beieinander.
Ein gleißender Strahl durchdringt die weiße Wand. Ein umherzuckendes Irrlicht.
Dere erste Tod an diesem Morgen und wieder schließt sich sich die weiße Wand. Nicht mehr unbesiegbar und doch wiedersteht sie den Blicken. Verbirgt ein grausames Geheimnis und wird es nur wiederwillig preisgeben.
Wenn man könnte, wenn man wüßte, wenn man blind wäre.
Aber man weiß nicht, man kann nicht und man hat ein Auge.
Das Grau schwindet und ein Stück von strahlendem blau erleuchtet die Dunkelheit.
Wieder zerschneidet ein Irrlicht die weiße Mauer, die schon seit geraumer zeit am bröckeln ist.
Eine der Kuppeln wird von dem hellen Strahl erfasst, keine Schatten mehr, keine Gespenster, keine Angst.
Und doch läßt uns dieser kurze Blick, dieses kurze schwinden der Dunkelheit erahnen was noch versteckt ist im schatten.
Die gebilde haben sich weit nach vorne geschoben gleich der Klauen von des Todeshand. Die Einheit an ihrem Ende ist in Auflösung und die goldenen Finger des Lebens legen sich auf die hand.
Die weiße Mauer ist in Panik verfallen, überall verliert sie an Substanz. Nicht bereit ihren schatz preiszugeben kämpft sie verbissen gegen die übermacht des Lebens.
Ein Geräusch durchdringt die Stille, ein Aufschrei zerstört die Ruhe.
Da ein Schatten bei den Kuppeln. Er streckt sich wird klein und verschmilzt wieder mit der Kuppel.
Ein rascheln dann kehrt wieder Ruhe ein.
Die Goldenen Finger haben sich weiter nach vorne geschoben. Die schwarzen erbleichen und verlieren ihren Rythmus. Ein wildes durcheinander, angeregt von dem Atem des Seins.
Chaos bricht aus, durch sein Entstehen, die letzten Reste der Mauer werden hinweg gewischt.

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